Geländekategorie: Definition und Bedeutung für Sonnenschutzsysteme
Die Geländekategorie spielt bei der Planung und Auswahl moderner Sonnenschutzsysteme eine entscheidende Rolle. Sie beschreibt die Beschaffenheit des Umfelds, in dem Fenster, Türen oder Rollladen installiert werden, und legt damit fest, welche Windwiderstandsklasse gemäß DIN EN 13659 erforderlich ist.
Je nach Lage, beispielsweise freie Landschaft, Stadtgebiet oder Küstennähe wirken unterschiedliche Windkräfte auf Rollladen, Raffstoren oder Textilscreens ein. Eine fachgerechte Einordnung der Geländekategorie ist daher unerlässlich, um die Sicherheit, Funktionalität und Langlebigkeit von außenliegenden Sonnenschutzsystemen zu gewährleisten.
Geländekategorie: Das Wichtigste in Kürze
Was bedeutet Geländekategorie: Der Begriff Geländekategorie beschreibt die Einteilung eines Gebietes in vier Geländetypen, die unterschiedliche Windverhältnisse aufweisen. Daraus leitet sich die Stabilität von Sonnenschutzsystemen ab.
Geländekategorie bestimmen: Außenliegender Sonnenschutz ist dem Wind ausgesetzt. Wird die Geländekategorie falsch bestimmt, führt dies zu Schäden und möglichen Unfällen.
Auswirkungen der Geländekategorie: Es gibt die Geländekategorien Offene See, Ländliche Gebiete, Vorstädte und Städte. Außenliegende Sonnenschutzsysteme müssen den Windverhältnissen der jeweiligen Kategorie angepasst sein.
Bedeutung der Geländekategorie für die Planung und Montage: Die fachgerechte Wahl der Geländekategorie beeinflusst die Wahl der Windwiderstandsklasse, die Auswahl der Materialstärke und die Art der Befestigung.
Was bedeutet Geländekategorie?
Unter dem Begriff Geländekategorie versteht man die Einteilung eines Gebiets in unterschiedliche Geländetypen, die jeweils charakteristische Windverhältnisse aufweisen. Die Norm DIN EN 13659, die die Windwiderstandsklassen für außenliegende Sonnenschutzsysteme definiert, nutzt diese Einteilung, um die Belastbarkeit und Stabilität der Anlagen zu prüfen. Je offener ein Gelände ist, desto stärker können die auftretenden Windkräfte sein. Umgekehrt wirken in bebauten oder bewaldeten Regionen oft geringere Windgeschwindigkeiten.
Für Sonnenschutzsysteme hat diese Einteilung direkte technische Konsequenzen: Abhängig von der Geländekategorie müssen eventuell stabilere Materialien, Befestigungen und Bauarten gewählt werden, damit die Systeme auch bei starkem Wind zuverlässig funktionieren. Eine korrekte Einstufung schützt die Anlage also nicht nur vor Beschädigungen, sondern beugt vor allem auch Gefahrensituationen vor.
Geländekategorie bestimmen: Warum ist das wichtig für Sonnenschutzsysteme?
Außenliegende Sonnenschutzsysteme wirken wie eine zusätzliche Fassadenfläche und sind dadurch direkt der Witterung ausgesetzt. Während Gebäude die Windkraft teilweise ableiten, trifft sie Sonnenschutzsysteme oft ungebremst. Die Geländekategorie beschreibt, wie stark dieser Winddruck in einer bestimmten Region des Landes ausfallen kann.
Das ist besonders relevant für:
Rollladen: Sie müssen im geschlossenen Zustand stabil genug sein, um Winddruck standzuhalten.
Raffstoren: Ihre Lamellenkonstruktion ist windempfindlicher und erfordert eine genaue Abstimmung zwischen Bauart, Führungsschienen und Windwiderstandsklasse.
Textilscreens: Großflächige Tücher bieten dem Wind Angriffsfläche, weshalb ihre Reiß- und Zugfestigkeit je nach Standort variieren muss.
Wird die Geländekategorie falsch eingeschätzt, kann dies zu Funktionsstörungen, Materialverschleiß oder sogar gefährlichen Situationen führen. Daher ist die richtige Einstufung in Kategorien im Rahmen von Planung, Neubau oder Sanierungsprojekten unabdingbar.
Geländekategorie 1: Offene See und freie Flächen
Die Geländekategorie I beschreibt Gebiete, die nahezu ohne Hindernisse sind, also wo der Wind nicht abgebremst wird. Dazu gehören Küstenbereiche, offene See, große Seen mit mindestens fünf Kilometern ununterbrochener Fläche in Windrichtung oder absolut glattes, flaches Land.
Folgende Merkmale hat die Geländekategorie I:
Sehr hohe Windgeschwindigkeiten
Keine natürlichen Windbremsen
Starke Böen, insbesondere bei Wetterumschwüngen
Auswirkungen der Geländekategorie 1 auf Sonnenschutzsysteme
In solchen Gebieten müssen Sonnenschutzanlagen über die höchsten Windwiderstandsklassen verfügen. Textilscreens benötigen reiß- und zugfeste Tücher. Rollladen sollten besonders robuste Rollladenpanzer besitzen und fest verankert werden. Raffstoren müssen speziell verstärkte Lamellen und Schienen aufweisen, damit sie den hohen Druckkräften standhalten können.
Geländekategorie 2: Ländliche Gebiete mit vereinzelten Hindernissen
Die Geländekategorie II beschreibt flaches oder leicht hügeliges Gelände, das punktuell durch Hecken, Bäume, einzelne Häuser oder landwirtschaftliche Gebäude strukturiert ist. Trotz vereinzelter Hindernisse kann der Wind hier weitgehend frei strömen.
Diese Merkmale hat die Geländekategorie II:
Moderat hohe Windgeschwindigkeiten
Teilweise natürliche Abschirmung
Regelmäßige Böen
Auswirkungen der Geländekategorie 2 auf Sonnenschutzsysteme
Rollladen, Raffstoren und Textilscreens benötigen in dieser Kategorie weiterhin ausreichende Stabilität wie auch in Geländekategorie I. Robuste Rollladen-Lamellen werden empfohlen, um den Druckkräften sicher zu begegnen.
Geländekategorie 3: Vorstädte, Mischbebauung und Industriegebiete
Zur Geländekategorie III zählen Vororte, Gewerbegebiete, Industrieanlagen sowie Wälder. Die Bebauung ist dichter, sodass der Wind bereits vorab durch Gegenstände und Gebäude gebremst wird.
Durch die folgenden Merkmale zeichnet sich die Geländekategorie III aus:
Reduzierte Windgeschwindigkeiten
Spürbare Windschattenbildung
Weniger extreme Böen als in offenen Gebieten
Auswirkungen der Geländekategorie 3 auf Sonnenschutzsysteme
Anlagen in dieser Kategorie müssen weniger hohe Windwiderstandsklassen erfüllen, dennoch sind stabile Befestigungen wichtig, insbesondere bei großen Fensterflächen. Raffstoren funktionieren hier gut, da die Windbelastung gering ist. Ebenso Textilscreens, die dank der geringeren Belastung vielfältiger eingesetzt werden können.
Geländekategorie 4: Stadtgebiete mit dichter Bebauung
Die Geländekategorie IV beschreibt Stadtgebiete, in denen mindestens 15 Prozent der Fläche mit Gebäuden bebaut sind, deren mittlere Höhe 15 Meter übersteigt. Hochhäuser, Blockrandbebauung und enge Straßenzüge prägen diese Regionen.
Das sind Merkmale der Geländekategorie IV:
Stark reduzierte Windgeschwindigkeiten in Bodennähe
Stark wechselnde Windverhältnisse in engen Straßenräumen
Windkanaleffekte zwischen hohen Gebäuden
Auswirkungen der Geländekategorie 4 auf Sonnenschutzsysteme
In dicht bebauten Stadtgebieten ist der direkte Winddruck geringer, jedoch kann es wegen Windkanaleffekten zu punktuellen Belastungen kommen. Sonnenschutzsysteme können hier flexibler gewählt werden, doch eine fachgerechte Planung bleibt unverzichtbar.
Bedeutung der Geländekategorie für Planung und Montage
Die Geländekategorie beeinflusst folgende Parameter bei der Wahl des richtigen Sonnenschutzes besonders stark:
Wahl der Windwiderstandsklasse
Materialstärke
Art der Befestigung und Führung
maximale Flächengröße der Sonnenschutzanlage
Eine professionelle Ermittlung der Geländekategorie stellt sicher, dass die Anlage optimal zum Standort passt. Dies betrifft sowohl Neubauprojekte als auch Sanierungen und Nachrüstungen. Für beispielsweise Architekten ist die Geländekategorie daher ein zentrales Werkzeug, um normgerechte und langlebige Sonnenschutzsysteme zu realisieren.
Das passende Sonnenschutzsystem finden: Fachhändler kontaktieren
Da die Geländekategorie direkten Einfluss auf Sicherheit und Funktion nimmt, empfiehlt es sich, bei Unsicherheiten einen Fachhändler zu kontaktieren. Sie unterstützen bei der korrekten Einstufung, der Auswahl geeigneter Systeme und der Bestimmung der passenden Windwiderstandsklasse. So wird sichergestellt, dass der gewählte Sonnenschutz optimal auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt ist und dauerhaft zuverlässig arbeitet.